12. Oktober 2026

Gewinner des Social-Media Award 2026

Bayerischer Social-Media-Award 2026: Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner

Wie wird ehrenamtliches Engagement online sichtbar – und wie begeistert man Menschen dafür? Am 9. Oktober wurde zum zweiten Mal der Bayerische Social-Media-Award fürs Ehrenamt verliehen. Die Initiative der Versicherungskammer Stiftung und der lagfa bayern mit ihrem Projekt „digital verein(t)“ zeichnet digitales Engagement aus. Die prämierten Projekte zeigen, wie vielfältig, persönlich und kreativ digitale Kommunikation im Ehrenamt sein kann.

164 Bewerbungen gingen für den Bayerischen Social-Media-Award 2026 ein. Im Mittelpunkt standen nicht allein Reichweite oder Followerzahlen, sondern vor allem die Frage, ob ein Auftritt authentisch erzählt, Menschen erreicht und Lust aufs Mitmachen macht. Zur Preisverleihung kamen Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter von Feuerwehr und anderen Organisationen sowie der Schirmherr des Awards, Staatsminister Dr. Fabian Mehring, in München zusammen. Die Preisträgerinnen und Preisträger durften sich neben der Auszeichnung über jeweils 2.000 Euro Preisgeld für ihr Engagement freuen.

Mehr als Likes und Reichweite

An diesem Abend ging es um mehr als gute Posts und hohe Followerzahlen: Im Mittelpunkt standen die Menschen, die sich mit viel Herzblut engagieren – und dafür sorgen, dass ihr Einsatz auch online sichtbar wird.

Schirmherr Dr. Fabian Mehring betont: „Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft und soziale Medien sind ein wichtiger Schlüssel, um dieses Engagement sichtbar zu machen und für die Zukunft zu stärken. Der Bayerische Social-Media Award zeigt eindrucksvoll, wie bayerisches Ehrenamt und digitale Kommunikation zusammenkommen: kreativ, authentisch und mit Herzblut. Im digitalen Raum entstehen neue Möglichkeiten, Menschen zu erreichen, Gemeinschaft zu schaffen und gerade junge Menschen für Engagement zu begeistern. Wenn wir diese digitale Chance nutzen, bleibt unser Ehrenamt lebendig und wir machen es fit für die Herausforderungen von morgen.“

Wie es nach so einer Auszeichnung weitergehen kann, erzählten die Flammenfreunde Oberhausen. Sie gehörten im vergangenen Jahr zu den Gewinnern und berichteten, wofür sie das Preisgeld eingesetzt haben. Außerdem gaben sie Einblicke, welche Rolle Social Media in ihrem ehrenamtlichen Alltag spielt.

Auch die Frage, was Sichtbarkeit fürs Ehrenamt eigentlich bedeutet, kam auf die Bühne: Stephanie Siegling, Vorständin der lagfa bayern, sprach dazu mit der Ehrenamtsbeauftragten Gabi Schmidt. Und nach der Preisverleihung war noch lange nicht Schluss: Bei guter Stimmung kamen die Gäste miteinander ins Gespräch, teilten Erfahrungen und knüpften neue Kontakte.

Und das sind die Gewinnerinnen und Gewinner

Newcomer: ApK Bayern e. V. – Junge Angehörige

Den ersten Platz in der Kategorie Newcomer erreicht ApK Bayern e. V. – Junge Angehörige. Die jungen Frauen richten sich mit ihrem Instagram-Auftritt an junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren, deren Eltern oder andere Angehörige psychisch erkrankt sind. Ihre Botschaft: Du bist mit deinen Sorgen nicht allein.

Die beiden sprechen offen über ein oft wenig sichtbares Thema und schaffen einen Raum für Information, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Weil sie selbst betroffen sind, erzählen sie aus einer persönlichen Perspektive – ehrlich, verständlich und auf Augenhöhe.

Was die Jury besonders überzeugt hat, ist die Art und Weise, wie die beiden dieses schwierige Thema aufbereiten: Sie schaffen Aufmerksamkeit, ohne zu überfordern, und Nähe, ohne etwas schönzureden. Ihre persönliche Perspektive macht den Auftritt besonders authentisch. Sie sprechen nicht nur über junge Angehörige – sie wissen, wie es sich anfühlt. Genau das schafft Vertrauen und macht den Account so wertvoll. Die Jury sieht darin großes Potenzial: für eine eigene Community, für mehr Austausch und dafür, das Thema junge Angehörige psychisch erkrankter Menschen in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

Die erste Tuberkulose Selbsthilfegruppe Deutschlands machte den zweiten Platz, und die intergenerationale Theatergruppe „Vorhang auf“ aus Greußenheim, den dritten Platz.

Engagementfluencer: Hockey for Hope e. V.

Hockey for Hope e. V. aus Kaufbeuren gewinnt die Kategorie Engagementfluencer. Der Verein organisiert Inline- und Eishockey-Benefizturniere und sammelt damit Spenden für bedürftige Kinder. Auf Instagram zeigt Hockey for Hope nicht nur die Spiele, sondern auch, wie viel ehrenamtliche Organisation, Teamarbeit und Begeisterung dahintersteckt.

Ehemalige Nationalspielerinnen und Nationalspieler treffen auf Hobbyathletinnen und Hobbyathleten – und alle spielen für den guten Zweck. Der Auftritt macht deutlich, dass Engagement kraftvoll, emotional und voller Freude sein darf.

Der Auftritt ist persönlich, authentisch und vor allem voller Spaß und Kreativität. Genau diese Energie steckt an. Man merkt sofort: Hier wird Engagement nicht nur besprochen, sondern gelebt. Hockey for Hope beweist, dass eine gute Sache und auch ein Social-Media-Profil keine steife Angelegenheit sein müssen. Sie dürfen laut, sportlich, emotional und voller Lebensfreude sein. Dieser besondere Mix aus Power, gutem Zweck und gelebtem Ehrenamt hat die Jury überzeugt: ein absolut verdienter erster Platz.

Viel wurde diskutiert, und am Ende gab es in der Jurysitzung sogar eine Stichwahl. Wir dürfen auch unserem Zweitplatzierten, dem Musikverein Maihingen 1871 e. V., sowie den stolzen Dritten, der Freiwillige Feuerwehr Gilching e. V., gratulieren.

Young Impact: PSG Augsburg

In der Kategorie Young Impact geht der erste Platz an die PSG Augsburg, die Pfadfinderinnen aus Augsburg. Mit humorvollen und überraschenden Beiträgen zeigen sie, was Pfadfinden ausmacht: Zusammenhalt, Gemeinschaft und Freude am gemeinsamen Engagement.

Die Pfadfinderinnen nehmen sich selbst nicht immer ganz ernst – ihr Engagement dafür umso mehr. So wird junges und weibliches Ehrenamt sichtbar, ohne belehrend zu wirken. Ihr Auftritt zeigt: Engagement darf Spaß machen und selbstbewusst auftreten.

Die Jury hat besonders überzeugt, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher Energie die PSG Augsburg junges und weibliches Ehrenamt sichtbar macht. Diese Mischung macht den Auftritt sympathisch und wirkungsvoll. Denn ehrenamtliches Engagement junger Menschen ist nicht selbstverständlich. Die PSG Augsburg zeigt, dass dieses Engagement laut sein darf, Spaß machen kann und unbedingt gesehen werden sollte. Für ihre authentische, humorvolle und selbstbewusste Kommunikation erhält die PSG Augsburg den ersten Platz in der Kategorie Young Impact.

Mit ihrem Wiederbelebungsunterricht sicherte sich KIDS SAVE LIVES Bayern e. V. den zweiten Platz und der TikTok-Account der Faschingsgilde Roßbach erhielt den dritten.

Sonderpreis für Freiwilligenagenturen: Büro für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt der Stadt Erlangen

Der Sonderpreis für Freiwilligenagenturen geht nach Erlangen. Der Instagram-Auftritt macht kommunales Engagement nahbar und zeigt: Bürgerbeteiligung und Ehrenamt sind keine abstrakten Verwaltungsthemen. Sie leben vom Mitmachen, vom Austausch und von den Menschen vor Ort. Mit erzählerischen Beiträgen und kurzweiligen Reel-Reihen vermittelt das Büro fachliche Themen rund um das Ehrenamt verständlich und lässt Engagierte aus der Region selbst zu Wort kommen.

Die Jury zeichnet das Büro für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt der Stadt Erlangen für einen herausragenden und professionellen Auftritt als Freiwilligenagentur aus. Der Auftritt setzt auf Storytelling und begeistert so fürs Ehrenamt. Ein besonderes Lob gilt außerdem den Reel-Reihen: In kurzweiligen Beiträgen werden fachliche Themen rund um das Ehrenamt anschaulich erklärt. Gleichzeitig kommen ehrenamtlich Engagierte aus der Region selbst zu Wort und werden mit ihrem Einsatz und ihren Erfahrungen sichtbar gemacht. Die Jury würdigt damit eine Freiwilligenagentur, die dem Ehrenamt eine moderne und nahbare Stimme gibt.

Im Rennen in dieser Kategorie bekam das Netzwerk Ehrenamt / Bürgerstiftung Holzkirchen den zweiten Platz und die älteste Freiwilligenagentur Deutschlands „Tatendrang“ den 3. Platz.

Engagement sichtbar machen – auf vielen Wegen

Die Gewinnerinnen und Gewinner stehen für ganz unterschiedliche Themen: von psychischer Gesundheit und Selbsthilfe über Sport und junge Pfadfinderinnen bis hin zu kommunaler Engagementförderung. Was sie verbindet, ist eine klare Haltung: Sie machen Menschen, Ideen und Einsatz sichtbar – und zeigen, wie Social Media neue Zugänge zum Ehrenamt eröffnen kann.

Herzlichen Glückwunsch an alle ausgezeichneten Organisationen und vielen Dank an sämtliche Bewerberinnen und Bewerber, die das Engagement in Bayern digital sichtbar machen.

Die nächste Bewerbungsphase für den Social-Media-Award startet im Frühjahr.

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