
164 Bewerbungen – vier Kategorien – aus dem Ehrenamt!
Mit so einer Anzahl an Bewerbungen hat niemand gerechnet, die Auswahl fiel uns mehr als schwer. Nun wurde die Vorauswahl der Jury weitergegeben, die in der kommenden Jurysitzung unter großer Diskussion die Finalisten wählen.
Wer macht freiwilliges Engagement sichtbar?
Ehrenamt lebt vom Mitmachen – und immer häufiger auch davon, die eigenen Themen, Projekte und Erfolge in den sozialen Medien sichtbar zu machen. Der Bayerische Social-Media-Award fürs Ehrenamt würdigt Organisationen und engagierte Menschen, die Social Media kreativ, authentisch und wirkungsvoll nutzen.
Auch in diesem Jahr war die Auswahl für die Jury alles andere als einfach. Aus zahlreichen starken Bewerbungen wurden Auftritte ausgewählt, die mit besonderen Ideen, einer klaren Haltung, persönlicher Nähe oder einer außergewöhnlichen Bildsprache überzeugt haben. Die Shortlist zeigt dabei, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement in Bayern ist – von mentaler Gesundheit und Selbsthilfe über Sport, Musik und Brauchtum bis hin zu Bildungsarbeit und Bürgerbeteiligung.
Die Entscheidung über die endgültigen Platzierungen fällt bei der Preisverleihung am 9. Oktober 2026. Erst dann wird bekanntgegeben, wer in den einzelnen Kategorien den ersten, zweiten und dritten Platz erreicht. Folgende Vereine wurden aus der Shortlist als Finalisten nominiert.
NEWCOMER
Theatergruppe „Vorhang auf!“ Greußenheim e. V.
In Greußenheim wird ein Jahr lang geprobt, bevor das eigens geschriebene Theaterstück vor Publikum auf die Bühne kommt. Der Instagram-Auftritt der Theatergruppe begleitet diesen Weg und zeigt, was hinter den Kulissen passiert: Impressionen aus den Proben, Einblicke in das Ferienprogramm und erste Eindrücke vom neuen Stück.
So wird sichtbar, was entsteht, wenn Generationen zusammenkommen und gemeinsam kreativ werden. Der Auftritt vermittelt nicht nur Vorfreude auf die Aufführungen, sondern auch die Gemeinschaft und die viele Arbeit, die in einer Theaterproduktion steckt.
Selbsthilfegruppe Leben mit Tuberkulose
Tuberkulose ist vielen Menschen ein Begriff, gilt mit rund 4.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland jedoch als seltene Erkrankung. Für Betroffene und Angehörige sind außerdem Stigmatisierung und Unverständnis häufige Herausforderungen.
Carolin Fuchs hat deshalb die erste Tuberkulose-Selbsthilfegruppe Deutschlands gegründet. Über Instagram möchte sie Betroffene miteinander vernetzen, über die Erkrankung informieren und Wissen teilen. Ein Ziel ist es auch, dazu beizutragen, dass zukünftige Patientinnen und Patienten schneller diagnostiziert werden.
ApK Bayern e. V. – Junge Angehörige
Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt, fühlen sich junge Angehörige mit ihren Sorgen und ihrer Verantwortung oft allein. Sabrina und Carolin möchten mit ihrem Instagram-Auftritt für junge Angehörige im Alter von 18 bis 35 Jahren zeigen: Du bist nicht allein.
Die Jury hebt besonders hervor, wie ehrlich, verständlich und auf Augenhöhe die beiden das schwierige Thema aufbereiten. Sie schaffen Aufmerksamkeit, ohne zu überfordern, und Nähe, ohne etwas schönzureden. Weil Sabrina und Carolin selbst betroffen sind, wirkt ihr Auftritt besonders authentisch und schafft Vertrauen. Gleichzeitig eröffnet er Raum für Austausch und eine stärkere öffentliche Wahrnehmung der Situation junger Angehöriger psychisch erkrankter Menschen.
ENGAGEMENTFLUENCER
Freiwillige Feuerwehr Gilching e. V.
Mit einem viralen Reel erreichte die Freiwillige Feuerwehr Gilching mehr als 14 Millionen Menschen. Für das Social-Media-Team war das jedoch kein einmaliger Erfolg: Die sieben Ehrenamtlichen zeigen regelmäßig, dass kreative Reels zu ihren Stärken gehören.
Dabei verbindet die Feuerwehr unterhaltsame und aufmerksamkeitsstarke Inhalte mit Informationen über ihre Einsätze und ihre Arbeit. Der Auftritt möchte auch Menschen erreichen, die sich bisher vielleicht nicht für Feuerwehrthemen interessiert haben – und ihnen zeigen, wie vielfältig, wichtig und modern ehrenamtlicher Einsatz sein kann.
Musikverein Maihingen 1871 e. V.
Mehrere Kapellen halten im Musikverein Maihingen die regionale Blasmusikkultur lebendig – und präsentieren sie zugleich modern und zeitgemäß. Die starke Bildsprache des Profils macht schnell deutlich, dass hier viel Erfahrung, Kreativität und professionelles Gespür zusammenkommen.
Das Storytelling begleitet die Vereinsarbeit von den Proben über die Werbung für Konzerte bis hin zum Vereinsausflug. Vier junge Frauen zeigen über Instagram auch überregional, was die Maihinger Kapellen ausmacht: mit trendigen Reels, persönlichen Einblicken und natürlich richtig guter Musik.
Hockey for Hope e. V.
Hockey for Hope aus Kaufbeuren organisiert Inline- und Eishockeyturniere, um Spenden für den guten Zweck zu sammeln. Bei den Benefizspielen kommen ehemalige Nationalspielerinnen und Nationalspieler ebenso zusammen wie Hobbyathletinnen und Hobbyathleten.
Auf Instagram zeigt der Verein, wie viel Organisation hinter den Veranstaltungen steckt und wie aus sportlicher Begeisterung konkrete Unterstützung für bedürftige Kinder entsteht. Die Jury würdigt den persönlichen, authentischen und lebensfrohen Auftritt, der deutlich macht: Ehrenamt darf laut, sportlich, emotional und voller Energie sein.
YOUNG IMPACT
Faschingsgilde Roßbach e. V.
Die Faschingsgilde Roßbach verbindet gelebtes Brauchtum mit einem modernen und lebendigen Auftritt auf TikTok und Instagram. Von der Kindergarde über die Jugendgarde bis zur Showtanzgruppe bietet der Verein Menschen unterschiedlichen Alters die Möglichkeit, gemeinsam zu tanzen, aufzutreten und Verantwortung zu übernehmen.
Die Beiträge geben authentische Einblicke in Training und Auftritte und vermitteln die Freude am Tanzen, die Gemeinschaft im Verein und die Energie hinter jeder Choreografie. Gleichzeitig zeigt der Auftritt, wie digitale Kommunikation dabei helfen kann, neue Tänzerinnen und Tänzer zu gewinnen und weitere Auftrittsmöglichkeiten zu finden. So wird deutlich: Brauchtum kann jung, dynamisch und gemeinschaftlich sein.
PSG Augsburg
Die Pfadfinderinnen der PSG Augsburg wissen, wie Inhalte aussehen können, die junge Menschen auf Instagram erreichen: Sie unterhalten, überraschen und bleiben authentisch. Dabei nimmt sich die Gruppe selbst nicht immer ganz ernst – ihr Engagement dafür umso mehr.
Mit humorvollen Beiträgen zeigen die Pfadfinderinnen, was Pfadfinden ausmacht: Zusammenhalt, Gemeinschaft und Freude am gemeinsamen Engagement. Die Jury hebt besonders hervor, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher Energie die PSG Augsburg junges und weibliches Ehrenamt sichtbar macht. Der Auftritt vermittelt, dass Engagement Spaß machen darf, sichtbar sein kann und junge Menschen aktiv etwas bewegen.
KIDS SAVE LIVES Bayern e. V.
KIDS SAVE LIVES Bayern setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen im Notfall Leben retten können. Der Verein bringt Wiederbelebungsunterricht an Schulen und vermittelt Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit jungen Medizinstudierenden und Sanitäterinnen und Sanitätern praxisnah, wie sie bei einem Herzstillstand richtig handeln.
Die klare Botschaft lautet: Einen Fehler zu machen ist besser, als gar nichts zu tun. Mit viel Praxisnähe und persönlichem Engagement leistet der junge Verein einen wichtigen Beitrag für eine hilfsbereite und handlungsfähige Gesellschaft.
SONDERPREIS FREIWILLIGEAGENTUREN
Freiwilligenagentur TATENDRANG
Die Freiwilligen-Agentur TATENDRANG zeigt mit ihrem Social-Media-Auftritt die ganze Bandbreite des freiwilligen Engagements. Moderne Bildsprache und abwechslungsreiche Beiträge machen sichtbar, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich einzubringen.
Die Jury würdigt besonders die Mischung aus Information, persönlicher Ansprache und niedrigschwelligen Impulsen. Die Beiträge vermitteln, dass Ehrenamt nicht an ein bestimmtes Alter, Thema oder Tätigkeitsfeld gebunden ist. TATENDRANG macht Lust auf Engagement, gibt Orientierung und erreicht Menschen, ohne belehrend zu wirken.
Büro für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt der Stadt Erlangen
Das Büro für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt der Stadt Erlangen zeigt, wie kommunales Engagement zeitgemäß, nahbar und sichtbar kommuniziert werden kann. Der Instagram-Auftritt macht deutlich, dass Bürgerbeteiligung und Ehrenamt keine abstrakten Verwaltungsthemen sind, sondern vom Mitmachen, vom Austausch und von konkreten Menschen leben.
Besonders im Mittelpunkt steht eine Reelreihe, die wichtigen Themen der Stadtgesellschaft in kurzen und zugänglichen Formaten aufbereitet. So entsteht Aufmerksamkeit für Engagement in Erlangen und es werden Impulse gesetzt, sich selbst einzubringen. Der Auftritt gibt Bürgerbeteiligung und freiwilligem Engagement eine moderne digitale Bühne.
Netzwerk Ehrenamt / Bürgerstiftung Holzkirchen
Das Netzwerk Ehrenamt der Bürgerstiftung Holzkirchen macht freiwilliges Engagement in der Region sichtbar. Der Instagram-Auftritt verbindet Informationen, Rückblicke und Einblicke in die regionale Engagementlandschaft.
Besonders wertvoll ist aus Sicht der Jury, dass das Netzwerk nicht nur über Engagement informiert, sondern seine Vielfalt sichtbar macht. Die Beiträge zeigen, wie unterschiedlich freiwilliges Engagement sein kann und wie viele Möglichkeiten es gibt, sich einzubringen. Dadurch entsteht ein authentisches Bild der lokalen Vereins- und Engagementkultur und es werden Menschen und Organisationen vor Ort miteinander verbunden.
Die Entscheidung fällt am 9. Oktober
Die Shortlist steht fest – die Spannung bleibt. Bei der Preisverleihung am 9. Oktober 2026 werden die Finalistinnen und Finalisten geehrt. Dann wird auch bekanntgegeben, wer in den Kategorien Newcomer, Engagementfluencer, Young Impact und beim Sonderpreis Freiwilligenagenturen jeweils den ersten, zweiten und dritten Platz erreicht.
Bis dahin zeigen die ausgewählten Auftritte schon jetzt eindrucksvoll, wie vielfältig, kreativ und wirkungsvoll ehrenamtliches Engagement in Bayern kommuniziert werden kann. Wir gratulieren allen Finalistinnen und Finalisten herzlich und freuen uns auf die Preisverleihung!
