1. Juni 2026

Instagram will mehr Daten

Instagram schafft die End-zu-End-Verschlüsselung ab. Was bedeutet das für Chats auf Instagram? Und sind auch andere Meta-Dienste wie WhatsApp betroffen?

Was hat(te) es mit der End-zu-End-Verschlüsselung von Instagram auf sich?

Im Dezember 2023 führte Meta bei Instagram die End-zu-End-Verschlüsselung als optionale Funktion ein. Seitdem bestand die Möglichkeit, Konversationen zu verschlüsseln, indem die entsprechende Einstellung im jeweiligen Chat aktiviert wurde. Anders als bei WhatsApp war dieses Feature jedoch nicht standardmäßig aktiviert. Durch die End-zu-End-Verschlüsselung erhielt Meta keinen Zugriff auf Videos, Texte, Sprachnachrichten oder Bilder, die zwischen zwei Personen ausgetauscht wurden. Dafür sorgte ein privater Schlüssel, der ausschließlich für Sender und Empfänger sichtbar war. Problematisch war allerdings, dass viele Menschen nichts von dieser Funktion wussten und sie deshalb nicht nutzten. Zudem stand die Option in einigen Regionen nicht zur Verfügung. Dadurch blieb die End-zu-End-Verschlüsselung für viele ungenutzt, was Meta inzwischen als eines der Argumente für die Abschaffung der Funktion anführt.

Was genau bedeutet End-zu-End Verschlüsselung?
Die End-zu-End Verschlüsselung ist ein sicheres Kommunikationsverfahren, bei dem die Daten so lange verschlüsselt werden, bis sie beim Empfänger ankommen. Dieser allein hat die Befugnisse die Daten auf seinem Gerät zu entschlüsseln und so die Nachricht lesen. Während die Daten verschickt werden, werden die Texte zu unlesbaren Chiffretexte mithilfe von Kymografie verschlüsselt. Kommt die Nachricht beim Empfänger an, dann werden die Daten auf dem Endgerät entschlüsselt.

Die Transportverschlüsselung dagegen verschlüsselt jede Nachricht zwischen Absender:in und Empfänger:in. Dabei liegt die Nachricht unverschlüsselt auf den Servern des Anbieters vor.

Was änderte sich ab dem 8. Mai 2026?

Seit dem 8. Mai 2026 steht die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Instagram nicht mehr zur Verfügung. Ab diesem Zeitpunkt erhält Meta vollständigen Zugriff auf die Daten, die in Chats ausgetauscht werden. Dies lässt sich mit einer Postkarte vergleichen, die ohne Umschlag verschickt wird und deshalb für andere lesbar ist. Zuvor bestand die Möglichkeit eines geschlossenen Umschlags durch die Verschlüsselung. Die von Meta erfassten Daten dienen unter anderem dem Training von KI-Modellen, Werbezwecken oder der Erstellung von Verhaltensprofilen. Die Auswertung erfolgt durch Systeme, Algorithmen und KI-Modelle. Außerdem fordern einige Regierungen und Kinderschutzorganisationen der Zugriff auf sensible Daten im Rahmen der Strafverfolgung.

Und was ist mit WhatsApp?

Der in Deutschland sehr beliebte Messenger WhatsApp gehört ebenfalls zu Meta. Dort besteht ebenfalls eine End-zu-End-Verschlüsselung. Wer jedoch besonders datensparsam unterwegs sein möchte, ist auch bei WhatsApp nicht gut bedient. Zwar werden dort keine Daten gesammelt, was in den Nachrichten steht, jedoch sogenannte Meta-Daten, wer wo eine Handlung vollzieht. So wird beispielsweise erfasst, mit wem man geschrieben hat, wie oft und welche Geräte benutzt werden.

So verknüpft Meta die Daten: Wenn zwei Personen die meiste Zeit außerhalb der Arbeitszeit im gleichen WLAN am selben Ort verbringen, dann leben sie wahrscheinlich im selben Haushalt. Wenn einer von ihnen dem anderen ein paar Mal schreibt, während er in einem Möbelgeschäft ist, dann wählen sie wahrscheinlich beide neue Möbel aus und werden Werbung für Einrichtungsgegenstände sehen.

Also, die End-zu-End-Verschlüsselung schützt zwar den Inhalt deiner Nachricht, aber große Datenunternehmen wie Meta können trotzdem sehr viel aus der Nutzung von Whatsapp ableiten. Aus diesem Grund ist WhatsApp auch nicht für den Vereinskontext geeignet:

Nutzungsbeschränkungen: Mit der Nutzung eines Messengers wird den jeweiligen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Deshalb sollte sich mit diesen vertraut gemacht werden, damit mit der Verwendung nicht dagegen verstoßen wird.
Der Messenger WhatsApp darf beispielsweise nur privat genutzt werden. Das bedeutet: Eine offizielle Nutzung im Vereinskontext verstößt gegen dessen Nutzungsbedingungen und ist nicht mit den Anforderungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) an Organisationen vereinbar.

Tipp: Wer WhatsApp nutzt, sollte darauf achten, dass auch für
Back-Ups die End-zu-End-Verschlüsselung aktiviert ist.

Welche weiteren Alternativen gibt es?

Für den verschlüsselten Versand von Nachrichten stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung. Telegram, Signal oder Threema aus der Schweiz bieten weiterhin eine standardmäßige End-zu-End-Verschlüsselung an. Besonders Signal und Threema legen ihren Schwerpunkt auf Sicherheit und gelten als datenschutzfreundlich. Eine weitere Übersicht über alternative Messengerdienste gibt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale.

Insgesamt sollte man Messengerdienste bevorzugen, die mindestens eine End-zu-End-Verschlüsselung besitzen.

Hier kannst du dir weiteres Wissen zum Thema Kommunikation aneignen: 06-Handbuch-Online-Kommunikation.pdf
Hier kannst du weitere Informationen rund um Alternativen finden: WhatsApp, ade: Signal und Threema überzeugen als sichere Alternativen • Kuketz IT-Security Blog.

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