Digitales Engagement wird immer bedeutenderer für die moderne Vereinsarbeit. In unserer digitalisierten Welt eröffnet es neue Wege, Menschen für freiwillige Tätigkeiten zu gewinnen und traditionelle Formen des Engagements sinnvoll zu ergänzen. In diesem Artikel erklären wir, was Digitales Engagement bedeutet, welche Möglichkeiten es bietet, welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie ihr Digitales Engagement erfolgreich für eure Vereinsarbeit nutzen könnt. Im Kern aller Überlegungen und Bemühungen steht stets das Ziel, Digitales Engagement sowie traditionelle Formen des Engagements reibungslos miteinander nutzen zu können.

Was ist Digitales Engagement?

Digitales Engagement bezeichnet die freiwillige, gemeinnützige Tätigkeit, die überwiegend oder vollständig über digitale Medien ausgeübt wird. Dies kann von zu Hause aus oder von unterwegs geschehen und umfasst die Nutzung von Laptops, Smartphones, Software und Webseiten. Diese Art des Engagements ist besonders flexibel und ermöglicht es Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht vor Ort engagieren können, trotzdem einen Beitrag zu leisten. Digitales Engagement ist vielfältig und bringt Menschen zusammen, die sonst vielleicht keine Möglichkeit hätten, sich zu engagieren.

Möglichkeiten des Digitalen Engagements

Digitales Engagement eröffnet Vereinen eine Vielzahl von neuen Einsatzfeldern. Hier einige Beispiele:

  • Öffentlichkeitsarbeit: Über Social Media, Blogs und Newsletter können Vereine ihre Reichweite erhöhen und mit der Community – also ihren Mitgliedern und Mitstreiter:innen –  in Kontakt bleiben. Zum Beispiel lässt sich unser @digitalvereint Social-Media-Kanal bei Instagram ohne Weiteres mit einem Smartphone von überall auf der Welt bespielen und verwalten.
  • Redaktion und Lektorat: Beiträge für die Vereinszeitung oder den Blog, wie dieser hier, können remote erstellt und bearbeitet werden.
  • Recherche und Archivierung: Historische Daten und Informationen können digital gesammelt und verwaltet werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Website everynamecounts. Hier tragen über 100.000 Menschen digital die Namen der Opfer des Nationalsozialismus zusammen und gestalten auf diese Weise aktiv Erinnerungskultur.
  • Verwaltung und Fundraising: Verwaltung von Mitgliederdaten und Spendenakquise lassen sich effizient über digitale Tools organisieren. So lassen sich beispielsweise Online-Spendenkampagnen ohne Weiteres komplett remote durchführen.
  • Aktivismus und Bürgerbeteiligung: Online-Kampagnen und Petitionen ermöglichen eine breite Beteiligung an sozialen und politischen Themen. Ob der Newsletter an interessierte Mitstreiter:innen oder die Verwaltung der Kampagnenwebsite bis hin zur Erstellung der Printmedien, alles Dinge, die für den Zeitraum einer Kampagne sehr gut von Digital Engagierten begleitet und umgesetzt werden können.
  • Online-Beratung: Freiwillige bieten über digitale Kanäle Beratung und Unterstützung an, helfen bei Problemen und vermitteln weiterführende Kontakte.
  • Und vieles mehr!

Herausforderungen des Digitalen Engagements

Obwohl Digitales Engagement viele Vorteile bietet, stehen Vereine auch vor einigen Herausforderungen:

  • Technische Infrastruktur: Vereine müssen sicherstellen, dass sie über die nötigen digitalen Werkzeuge und Kenntnisse verfügen. Hier geht es zum Beispiel darum, dass Hardware wie Kameras und Headsets vorhanden sind, um einen reibungslosen Austausch gewährleisten zu können. Die Frage ist auch im digitalen Raum, wo und wie zusammengearbeitet wird: auf welcher Plattform, mit welchen Programmen und so weiter.
  • Datenschutz: Der Schutz personenbezogener Daten muss gewährleistet sein, besonders wenn mit sensiblen Informationen gearbeitet wird.
  • Bindung und Motivation: Die Bindung und Motivation von Freiwilligen aufrechtzuerhalten, kann schwieriger sein, wenn der persönliche Kontakt fehlt. Es müssen Wege – insbesondere Kommunikationskanäle – gefunden werden, die das Gefühl von Zusammenarbeit und gemeinsamen Erfolgen auch im Digitalen spürbar machen.
  • Einarbeitung und Betreuung: Eine gute Einarbeitung und kontinuierliche Betreuung der Ehrenamtlichen sind entscheidend, um die Qualität der Arbeit sicherzustellen.

Erfolgreiche Integration von Digitalem Engagement

Um digitales Engagement erfolgreich in die Vereinsarbeit zu integrieren, sollten Vereine einige grundlegende Schritte befolgen:

1. Voraussetzungen prüfen

Bevor ein Verein digitales Engagement fördert, sollten folgende Fragen geklärt werden:

  • Welche Aufgaben und Einsatzfelder gibt es für digital Engagierte?
  • Welche digitalen Kompetenzen sind vorhanden?
  • Welche digitalen Tools sind bereits im Einsatz und welche müssen eventuell angeschafft werden?

2. Ehrenamtliche gewinnen

Die Gewinnung von digital Engagierten kann über verschiedene Plattformen wie GoVolunteer, vostel oder youvo oder auch unserer Plattform freilich-bayern erfolgen. Auf Freilich sind tausende Engagementangebote eingestellt, die sortiert sind nach „vor Ort engagieren“ und „ortsunabhängig engagieren“. Die Möglichkeit zum Digitalen Engagement ist hier, wie auch auf den anderen Plattformen, bereits prominent angelegt. Formuliert eine klare und attraktive Beschreibung eures Engagementangebots und findet über Plattformen wie Freilich digital Enagagierte!

3. Einarbeitung und Betreuung

Ein strukturiertes Onboarding ist wichtig. Dazu gehören:

  • Vorstellung des Teams und der Organisationsstruktur
  • Klärung der Techniknutzung und Kommunikationskanäle
  • Regelmäßiger Austausch und transparente Informationsflüsse

4. Anerkennung und Wertschätzung

Die Wertschätzung der Arbeit der Freiwilligen sollte nicht zu kurz kommen. Dazu gehören informelle Treffen, kleine Geschenke und öffentliche Anerkennung der Leistungen. Diese klassischen Formen der Anerkennung und Wertschätzung müssen kreativ in den digitalen Raum übersetzt werden. Ein Paket mit regionalen Schmankerln zum nächsten Online-Stammtisch lässt sich ohne viel Aufwand und Kosten verschicken, persönliche Geburtstagsgrüße inklusive kleinem Geschenk oder auch andere kleine Aufmerksamkeiten sind immer gerne gesehen. Mit einem anerkennenden Beitrag auf Social Media und der eigenen Website kann die Wertschätzung öffentlich sichtbar gemacht werden und bei der nächsten Mitgliederversammlung kann ein Videostatement oder die Möglichkeit zur digitalen Teilnahme die Einbindung des/der digital Engagierten in den Verein stärken.

Fazit

Digitales Engagement bietet Vereinen die Möglichkeit, ihr Tätigkeitsfeld zu erweitern und neue Zielgruppen zu erreichen. Es erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und Betreuung, um erfolgreich zu sein. Durch eine Kombination aus traditionellen und digitalen Engagementformen können Vereine flexibler und zukunftsfähiger werden.

Wenn Vereine die Voraussetzungen prüfen, Ehrenamtliche gezielt ansprechen und gut betreuen, sowie ihre Arbeit wertschätzen, steht einer erfolgreichen Integration von Digitalem Engagement nichts im Wege. Nutzen wir die Chancen der Digitalisierung, um das freiwillige Engagement in unserer Gesellschaft zu stärken und weiterzuentwickeln.

Für weiterführende Informationen und konkrete Anleitungen zur Umsetzung empfehlen wir gutes-geht.digital. Dort findet ihr Schritt für Schritt zusammengestellt, wie Digitales Engagement erfolgreich für die Vereinsarbeit genutzt werden kann.