28. November 2025

Code of Conduct KI vereint Zivilgesellschaft für verantwortungsvollen KI-Einsatz

WIR SIND DABEI: Zivilgesellschaft setzt Zeichen: Von D64 über die AWO bis zur lagfa bayern, ein breites Bündnis unterzeichnet erstmals eine gemeinsame Selbstverpflichtung für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz – einem Code of Conduct für Demokratische KI.

Foto: Boris Saposchnikow
Foto: D64 / Boris Saposchnikow

Das ist die Selbstverpflichtung

Mehr als 75 Organisationen aus der deutschen Zivilgesellschaft haben den von D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt initiierten Code of Conduct Demokratische KI unterzeichnet, eine gemeinsame Selbstverpflichtung für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Erstunterzeichnenden repräsentieren zusammen 3 Millionen Mitglieder und spiegeln die Vielfalt der Zivilgesellschaft wider: Von der Arbeiterwohlfahrt (AWO), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) über den Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst e.V.) und auch die lagfa bayern mit digital verein(t) ist dabei.

„Wir dürfen die Diskussion zu KI nicht Big Tech überlassen“, erklärt Monika Ilves, Vorstandsmitglied vom digitalpolitischen Verein D64, der das Projekt koordiniert hat. „Mit der Unterzeichnung verpflichten sich mehr als 75 Organisationen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit KI-Systemen. Gemeinsam zeigen sie: Die Zivilgesellschaft kann und will mitgestalten: für eine demokratische digitale Zukunft.“

D64, das Zentrum für digitalen Fortschritt, hat den Code of Conduct in einem seit April 2024 laufenden partizipativen Prozess gemeinsam mit uns beteiligten Organisationen koordiniert und erarbeitet. Im Zentrum stehen acht gleichberechtigte Grundprinzipien: Abwägung der Nutzung, Menschenzentrierung, Transparenz, Teilhabe und Partizipation, diskriminierungskritische Haltung, Verantwortung und Verantwortlichkeit, Kompetenzen sowie ökologische Nachhaltigkeit. Die Selbstverpflichtung richtet sich explizit an gemeinwohlorientierte Organisationen und bietet ihnen einen praktischen Orientierungsrahmen; unabhängig davon, ob sie eigene KI-Systeme entwickeln, bestehende Anwendungen nutzen oder bewusst auf KI verzichten.

Das sagen wir

„Als Netzwerk der Freiwilligenagenturen in Bayern ist uns bewusst, wie entscheidend eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung digitaler Technologien ist – gerade weil Künstliche Intelligenz fehleranfällig sein kann und nicht selten Bias widerspiegelt“, betont Eva Kurfer, Geschäftsführung der lagfa bayern. „Mit der Unterzeichnung des Code of Conduct Demokratische KI machen wir deutlich, dass uns ein menschenzentrierter, transparenter und ehrenamtsförderlicher Einsatz von KI am Herzen liegt. Unser Anliegen ist es, die Potenziale dieser Technologie für Teilhabe, Zusammenarbeit und Engagement zu nutzen, ohne die kritische Reflexion aus den Augen zu verlieren.“

Der Code of Conduct versteht sich als Ergänzung zu bestehenden Rahmenwerken wie der KI-Verordnung der EU. Anders als andere Leitlinien wurde er explizit aus der Praxis der Zivilgesellschaft heraus entwickelt und orientiert sich an den konkreten Herausforderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen. Die Organisationen, die unterzeichnen, verpflichten sich etwa dazu, die Chancen und Risiken des Einsatzes von KI-Anwendungen für ihre Arbeit und Zielgruppe abzuwägen. Außerdem sollen KI-generierte Inhalte transparent gekennzeichnet, Beteiligungsmöglichkeiten für Mitarbeitende und Zielgruppen geschaffen und durch Fortbildungen einen reflektierten Umgang mit KI gefördert werden.

Die Mitzeichnung bleibt auch nach dem Launch möglich. Organisationen können sich unter https://demokratische-ki.de/mitzeichnen weiterhin der Initiative anschließen.

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